Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen ( Johann Wolfgang von Goethe )
Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen                   ( Johann Wolfgang von Goethe )

Türkische Grenze Dogubayasit

Als wir zur Grenze fuhren ,wartete eine zweispurige Riesen Schlange LKWs vor uns und es graute uns schon vorm warten!Gott sei Dank hatten wir wieder mal Glück und konnten bis ganz nach vorne fahren, da wir zwar ein LkW sind ,aber als Caravan eingetragen sind!Jetzt haben wir schon einige Grenzen passiert aber diese war die heftigste! An der türkischen Seite, totales Chaos und eine riesen Schlägerei!Alle Autos standen kreuz und quer , viele Menschen standen herum und jeder sagte auf türkisch wo man hin fahren sollte, natürlich alles unterschiedliche Richtungen.

Wir standen also da und das Tor zur Grenze ging halb auf halb zu und ein Auto nach dem anderen versuchte sich an uns vorbei zu drängeln. Irgendwann kam dann Gott sei Dank, einer in Uniform der wohl etwas zu sagen hatte und bereitete wenn auch nur kurze Zeit dem Chaos ein Ende! Endlich konnten wir rein fahren,es dauerte keine zwei Minuten da sprang ein gut gekleideter Typ an unseren LKW und klopfte an die Scheibe. Wir fuhren weiter aber er hing am Spiegel und fuhr mit. Mein Gefühl sagte gleich, das da was faul ist! Er fragte: „Do you have Carnet de passage?give me! i will help you!“ Majid fragte ihn ob er offiziell sei, er zeigte uns dann sein türkischen Personalausweis,den er natürlich als Grenzbeamtenausweis verkaufen wollte!Majid lehnte seine Hilfe freundlich ab!Aber er ließ nicht locker und als wir mit dem Lkw zum Grenzhäuschen fuhren, wo wir alle Papiere abgeben mussten, versuchte er schon uns die Papiere aus der Hand zu reißen und meinte „er will es für uns abgeben! Majid meinte immer noch freundlich , er mache das alleine und brauche seine Hilfe nicht!Als die Grenzbeamten uns die Papiere wieder geben wollte, drückte die Beamtin Majid die Sachen schnell in die Hand, damit dieser Typ sie nicht weg nimmt!Er blieb weiter dran und erzählte und erzählte bis ich ausgerastet bin und ihn aus dem Auto angeschrien habe und dann ist er endlich verschwunden! Er war allerdings nicht der einzige schräge Vogel der uns dort belästigte.

Die einen wollen das Carnet,die einen den Pass und wenn du es zurück haben willst, fordern sie einen Haufen Geld (ein gutes Geschäft) und die anderen wollen Geld wechseln!Das Problem an der türkischen Grenze ist, das diese Leute warum auch immer ins Grenzgelände gelassen werden und von den zuständigen Grenzbeamten toleriert werden.Wir denken wenn sie das Geld kassieren, und jemanden Geld für ein Carnet oder Perso. abgeknüpft haben, gibt es die Hälfte für den Grenzbeamten!

Nach einigen Stunden und erledigen von Formalitäten konnten wir dann endlich in die iranische Grenze einfahren.

 

 Die iranische Grenze/Bazargan- Freund-Freundlicher-Iran

 

Eine Stunde konnten wir beobachten wie sämtliche Pkws vor uns komplett durchsucht wurden. Dann waren wir an der Reihe!Wir waren darauf vorbereitet das sie gerade bei uns alles durchsuchen!Der sehr freundliche Grenzbeamte, öffnete die Tür sah mich und Kimiya und sagte zu Majid: „aus Respekt vor dir und deiner Familie möchte ich nicht rein“!Zeig die Pässe, erledige den Zoll und fahr weiter!“ das war schon echt unglaublich und auch der Rest der erledigt werden musste, war äußerst freundlich.Kimiya durfte bei dem Grenzbeamten auf dem Stuhl sitzen hat Bonbons bekommen und alberte herum. Auch der Zoll war super freundlich und meinte er müsse sich das Auto nicht genauer ansehen, da er uns vertraut!

Über die Grenze Bazargan ging es dann nach Khoy, wo wir zwei Nächte in einem ruhig gelegenen Park am Rande der Stadt verbrachten.Am ersten Tag lernten wir einen sehr netten Taxifahrer kennen,der uns durch die Stadt fuhr und uns beim helfen von Simkarte besorgen, iranische Nummernschilder besorgen sehr behilflich war und uns am selben Abend zu sich nach Hause zum Essen einlud! Ganz begeistert stellte er viele Fragen,über das Leben in Deutschland und ob es so toll sei wie alle berichten...?!

Er erzählte auch das er als Taxifahrer nur 5 Tage die Woche vor mittags arbeiten gehe und seine Frau nicht arbeiten müsse, da sie zwei Kinder haben und natürlich die Kinder versorgen würde und noch dazu das die Frau ja schließlich da ist um das Geld auszugeben und zu genießen... das klingt doch wie schöne persische Musik....:-)...Er meinte das Leben im Iran sei so günstig und er verdiene mit Taxifahren genug um auch am We immer schöne Dinge zu unternehmen,grillen,angeln,in irgendwelche Parks gehen usw...

Das klingt nach Lebensqualität und nicht 5-6 Tage die Woche arbeiten den ganzen Tag weg von der Familie zu sein und sich für den Staat kaputt zu machen...

Im Iran zahlt man außerdem keine Steuern!!!Egal was du machst,ob du Äpfel pflückst und die verkaufst,oder ne fahrende Würstchenbude hast,die janze Kohle bleibt bei dir!!!Klingt gut,finde ich!

In Tabriz haben wir dann kurzes Sightseeing gemacht und natürlich Familie besucht,wo wir fürstlich verköstigt wurden und eine schöne Zeit hatten ! Die Stadt ist auch unglaublich groß und spannend!

 

Von Tabriz ging es dann nach Kandovan, die sogenannten „Felshäuser“!  Es war sehr beeindruckend wie die Menschen dort leben, dort wird noch alles mit dem Esel geschleppt ,morgens dir frische Kuhmilch getrunken, einige schöne Handarbeiten zum Verkauf angeboten und alles machte einen sehr friedlichen Eindruck!Wir kamen ziemlich schnell in Kontakt mit den Einheimischen, weil Kimiya mit den Kindern gespielt hatte, die sich köstlich amüsierten über meine paar Brocken Farsi... Einige leckere iranische Köstlichkeiten haben wir noch in einem der kleinen Lädchen für den Rückweg mitgenommen und dann gings weiter Richtung Teheran!

 In Teheran natürlich zu Oma&Opa die schon sehnsüchtig auf uns warteten!Kimiya war sofort „in Love „ mit Oma&Opa und würde natürlich bis aufs Äußerste verwöhnt und wir hatten etwas Luft für uns. Natürlich kamen auch einige andere neugierige Besucher und es gab viel zu erzählen!Gott sei Dank gibt es ja immer den ein oder anderen der Englisch oder glücklicherweise auch Holländisch sprechen kann...allerdings hatten wir uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht soviel von Teheran angesehen,das heben wir uns für später auf!Familie war erstmal wichtiger! Natürlich haben wir auch ganz zeromoniell das persische Neujahr am 20.März im kleinen Rahmen gefeiert!Für die die es nicht wissen,im Iran tickt die Uhr etwas anders ;-)! somit hatten wir das Glück und hatten ein zweites mal einen glücklichen Jahresbeginn.

 Nach 8 Tagen gings dann auf zum kaspischen Meer,in Richtung Nour!für 250 km brauchten wir auf Grund der Feiertage fast 8 Stunden,da ein mega Stau auf uns wartete!Die schönen grünen und üppigen Landschaften entschädigten alles und waren ein schöner Kontrast zu den ehr kargen und erdfarbenden Landschaften vor und um Teheran und auf Grund der stressigen Fahrt konnten wir uns natürlich nicht nehmen lassen, in einem der traditionellen Kebabhäuser essen zu gehen...köstlich war das...hhmmmm..... Ich glaube an diesem Tag sind wir 10x von der Polizei gestoppt worden, da Lkws über die Feiertage nicht fahren dürfen, wir aber an der Grenze ein Dokument bekommen haben, das wir als Minibus eingetragen sind und das mussten wir erstmal erklären und zeigen usw..allerdings soviel Freundlichkeit von den Polizisten hätte ich nicht erwartet!Jeder fragte sofort, was wir denn hier machen,wir sollen doch zurück nach Deutschland gehen,da ist es doch schön kalt ,-) !oder einer hat sich bedankt das wir uns den Iran ansehen oder einer wollte Bußgeld haben,weil wir nicht angeschnallt waren.Dann hat Majid ihnen erzählt das ich zum ersten mal im Iran sind und wir bis jetzt nur positive Erfahrungen gemacht haben, somit hat er sich dann umentschieden, weil wenn ich doch bis jetzt nur positive Erfahrungen mit dem Iran hätte, dann soll das auch so bleiben, deswegen verzichte er darauf.Manche boten uns Shirini an (Süssigkeiten, Früchte u.s.w) und meinten das gibt uns gute Energie zum weiter fahren oder wir sahen schlafende Polizisten...never ending Story mit persichen Polizisten!

Spät abends kamen wir dann in Nour an (am kaspischen Meer)! Auch wieder Familie besuchen, da sie dort Ferienhäuser haben und sich sehr freuten uns zu sehen!Auch hier war es wirklich schön, Kimiya hat sich schnell mit Sepideh die 8 Jahre älter war angefreudet und auch hier wurde alles getan um uns zu verwöhnen! Einen Tag hieß es dann wir gehen in den Wald picknicken...Als wir dort ankamen, war es als ob wir auf dem Jamarkt wären,hunderte von Leuten,laute Musik tradionelle sowie westliche Musik! Kinder konnten mit Pferden reiten, Eiswagen, überall saßen Leute und picknickten, junge Leute fuhren mit lauter Musik auf und ab, teilweise junge Mädchen ohne Kopftuch und vieles mehr... Dieser Ausflug war also ganz anders als erwartet!

Außerdem sahen wir so viele operierte junge Frauen, die jegliche Gesichtsmimik verloren haben! Das ist leider im Iran wie in Amerika, ein absoluter Wahn!!!Wenn du operiert bist, bist du angesehen und in Tehran ist es noch extremer! Außerdem wird auch das Kopftuch und die Oberbekleidung nicht getragen, wie es ursprünglich gedacht war!Man sieht also mehr Make-up und Haare als Kopftuch, enge Jeans oder Leggins in bunten Farben und teilweise sehr kurze und enge Oberbekleidung!Natürlich sind trotzdem noch viele ältere Frauen mit Tschador zu sehen...und auch die Kinder teilweise ab 5 Jahren tragen Kopftücher und sind teilweise geschminkt...

ich frage mich wohin das führen soll, da ich der Meinung bin das so eine neue „kranke“ Generation kreiert wird!Auch die jungen Männer sind sehr stylisch und modern!Allerdings auch hier mehr in den großen Städten, wie Tabriz, Tehran oder Rascht!In den Dörfern sieht es teilweise noch konservativer aus. Nach unserem Familienbesuch ging es dann nach Bandar anzali unsere französichen Freunde treffen!Mit ihnen zusammen verbrachten wir einen schönen Tag direkt am Meer, wo wir den Fischern zusehen konnten und für Kimiya das ein sehr abenteuerliches Erlebnis war und dann ging es nach Lahijan und zwei Nächte verbrachten wir in der Wildnis in der Nähe von Qazvin! Dort fanden wir einen schönen See, wo Majid & Ivan mit dem Boot raus fuhren um zu angeln, es wurde gegrillt und morgens Steinofenbrot in der Wildnis gebacken.An diesen Tagen hatten wir alle viele begeisterte Zuschauer, die neugierig um unsere Autos herum standen und uns dann sagten , wie sie glücklich seien das wir ihr Land ansehen und natürlich wurde man wieder zum picknick eingeladen.Soviel Freude und Warmherzigkeit wie man hier erlebt, ist wirklich unglaublich.Als Kimiya und ich vorne im Auto saßen ,kam ein Mann zu uns und hat uns einen großen Kebabspieß gebracht oder einmal gab es ein riesen Sandwich...

Dann machten wir uns gemeinsam auf den Weg nach Teheran, da wir alle wieder" Botschaftsdinge" zu erledigen hatten! Majids Eltern haben die Franzosen gleich mit eingeladen...und somit verbrachten wir schoene Tage in Tehran...

...mit gemeinsamen Spaziergängen und Stadtbummeln und natürlich mit der Tehraner Metro fahren.Das war  neben dem Skytrain in Bangkok das sauberste was wir bis jetzt gesehen hatten.Keine Urin und Kotzgerüche wie z.B in der Kölner U-bahn, saubere Wagongs ,nagelneue Flatscreens inklusive, seperate Abteile für Männer & Frauen und ein gemischtes Abteil u.a für Familien.In der gemischten Abteilung wird haufenweise Zeugs wie Rasierer, Zahnbürsten, Süßigkeiten usw angeboten , natürlich unschlagbar günstig und im Frauenabteil bekommt man so ziemlich alles was Frau braucht: Unterwäsche, Nylonsocken, Make up, Haarspangen , Kopftücher und vieles mehr! Ein kleiner fahrender Bazar! 

Drei Tage später machten Katia&Ivan sich auf den Weg nach Qom.

Wir fuhren zwei Tage später hinterher.

Man merkt wie die Temperaturen immer mehr steigen und mit 25 Grad und Kopftuch war es ab und an echt warm und auch 3 Tage Kopfschmerzen gingen leider nicht an mir vorbei.

Wie wird es wohl sein wenn der Sommer Tageshöchsttemperaturen von 40Grad erreicht?

Auf dem Weg nach Qom hielten wir hinter Tehran am Imam Komeini Mausoleum an.
Bevor man zum Mausoleum kommt passiert man ein schönes mosaikbesetztes Tor und fährt an einem der größten Friedhöfe Irans vorbei!
Man stellt sich vor- man fährt in eine eigene kleine Stadt, links und rechts dreispurige Straßen mit normaler Straßenbeschilderung, damit man weiß in welcher Richtung die Kriegsgefallenen liegen oder andere Verstorbene zu finden sind.

Außerdem sind auf jedem Grabstein Fotos der Verstorbenen zu sehen!Im Iran werden die Verstorbenen ,vor allem Kriegsgefallene sehr geehrt.In den Städten findet man überall auf den Wänden der Häuser große Portraits der Kriegsgefallenen mit Namen und Geburtsjahr und wann sie verstorben sind.

Der Weg über den Friedhof führte dann zum Imam Komeini Mausoleum!

Leider befand es sich wie gerade viel Moscheen in Baumaßnahmen.Man erklärte uns später das alles immer größer wurde und dementsprechend auch einige Teile restauriert werden!Als wir dort ankamen,
kamen uns Scharen von Menschen entgegen, u.a waren dort viele Saudis zu Besuch. Am Eingang musste man wie gewöhnlich in den heiligen Hallen die Schuhe ausziehen und Männer und Frauen getrennt rein gehen. Innerhalb 5 Minuten waren wir mit ansehen der Räumlichkeiten einschließlich berühren der heiligen Grabstätte fertig.Kurz bevor wir raus gingen, sah ich einen alten Mann der mit verschiedenen Leuten sprach und irgendwie machte er mich neugierig da er einen gelben Staubwedel in der Hand hatte.Wir wollten natürlich wissen wozu er den hat. Schließlich sprach Majid ihn an und er erklärte das er seit über 12 Jahren hier arbeite.

Viele Jahre hatte er im Büro gearbeitet und jetzt ist er im Mausoleum als „Aufpasser „tätig und natürlich um bei vorkommenden Fragen zu helfen. Früher hatten die sogenannten "Aufpasser" einen Schlagstock um Besucher hinzuweisen wenn sie laut waren oder andere Regeln nicht beachteten.Heute dient der Staubwedel als softe Variante um jemanden vielleicht mal einen Klaps zu geben oder sanft übers Ohr zu streicheln wenn er telefoniert. Er meinte wir sollen uns setzen er möchte uns etwas erzählen,was er mit eigenen Augen gesehen hatte. Plötzlich hatte ich einen riesen Kloss im Hals und er sagte das sehr viele Hilfesuchende hierher kamen und beteten und sich auch einige Wunder ereigneten. Er sagte "einmal kam eine sehr gläubige  Familie aus Hamedahn mit einem kleinen 7 Jährigen Mädchen die eine schwere Behinderung hatte und auch die Ärzte hatten sie abgeschrieben...(und mitten drin fing ich fürchterlich an zu weinen)...und diese Familie blieb 5 Tage und Nächte unmittelbar vor der heiligen Grabstätte. Sie beteten Tag und Nacht und am 5en Tag sah er (und dann fing er auch an zu weinen) wie das kleine Mädchen sich plötzlich bewegte und auf dem Boden herum rutschte und sich langsam an den goldenen Gitterstäben der heiligen Grabstätte hoch zog und wenige Minuten später die ersten Schritte machte! Mitten im Gespräch führte er uns dann in einen Außenbereich der normalerweise für Besucher nicht zugänglich war. Er zeigte uns auch sein ehemaliges Büro in dem wunderschönen großen Innenhof, wo das Mädchen mit einem Ball Fußball spielte.
Als wir am Ausgang waren kamen plözlich zwei Männer hinter uns her (einer von ihnen war der Verantwortliche der Moschee und ein Fotograf)und sie baten uns um ein kurzes Interview und Fotos.

Sie waren anscheinend aufmerksam geworden u.a durch mein Weinen.Sie waren ganz neugierig und stellten allerlei Fragen.Ob wir irgend etwas spürten an der heiligen Grabstätte und was ich vom Iran halte u.s.w
Sie waren wirklich sehr nett und gaben uns zum Schluß noch die Visitenkarte, denn falls wir irgendwelche Probleme im Iran hätten sollen wir doch bitte sofort anrufen, sie würden uns gerne helfen...!!

 

Von dort aus fuhren wir nach Qom (die heilige Stadt).

Es war wunderschön und faszinierend mit einzigartiger Atmosphäre.In dieser Stadt sind sehr viele Geistliche zu sehen und fast alle Frauen tragen Tschador!

In den Moscheen ist es Pflicht für die Frau "Tschador"zu tragen.
Am Eingang der Moscheen wurden dann glücklicherweise welche ausgeliehen!

Die Wärter hatten sichtlich Freude, zusammen mit Majid den passenden Tschador für mich auszusuchen!Da ich relativ groß bin waren die meisten zu kurz. Schließlich fand sich dann aber noch der passende Fummel ;-) ! Die Männer fanden das ganz toll, noch dazu weil ich Deutsche bin.
Dieses ganze Areal auf dem die Moscheen sich befanden, war gigantisch, die Gesänge der Geistlichen und die bunte mit mosaikbesetzte Innenfassade waren wunderschön. Gold und Silber funkelten im Sonnenlicht und es fühlte sich einfach gut an dort zu sein.

Wir kamen mit einigen Geistlichen ins Gespräch und sie erzählten uns Geschichten über den Islam und  luden uns zum Abendessen in die Moschee ein. Überall lagen ausgebreitete Teppiche wo Familien saßen, einige beteten und  Kinder sprangen wild herum. Kimiya ist völlig ausgeflippt und lief barfuß durch die Moschee sie spielte mit anderen Kindern und von den Geistlichen gab es ab und an ein Bonbon!
Wir verbrachten wunderschöne Tage dort.
Allerdings kam es an unserem Stellplatz in Qom des öfteren vor das mal jemand die Tür des Lkws aufmachte ,einfach mal um „Hallo“ zu sagen oder die Neugierde zu stillen.Andere Länder andere Sitten!

 

(in den folgenden Texten werde ich mich etwas kürzer fassen, da wir hier so viel erleben so das es einfach den Rahmen sprengen würde)

Wir fuhren weiter nach Abyaneh eines der ältesten Dörfer (oder auch das "rote Dorf" genannt) und von da aus nach Isfahan.
 

 

 

 


 

die letzten Wochen im Iran....

 

In Isfahan angekommen führte man uns in einen etwas außerhalb gelegenen Park wo wir für einige Tage bleiben konnten. Als wir rein fuhren und um die Kurve bogen,entdeckten wir doch tatsächlich ein anderes Weltreisemobil aus Österreich! Yuhu! :-)Wir freuten uns sehr da es immer super ist sich mit anderen Reisenden auszutauschen! Wir hielten sofort an und klopften an der Tür, aber leider war keiner da! Gegen Abend kamen „Eva &Willi“ dann zurück und wir verbrachten einen sehr schönen Abend mit ihnen. Mal wieder stimmte die Chemie auf Anhieb!
Wir machten gleich gemeinsame Pläne für die kommenden zwei Wochen.

Gemeinsam guckten wir uns Isfahan an und im Park waren wir für so ziemliche alle Iraner die Attraktion und somit blieb es nicht aus das der ein oder andere sich mal unser rollendes Heim von Innen anguckte.Viele Einladungen zum „Chai „ folgten und die Tage vergingen.

Wir fuhren weiter Richtung Shiraz und natürlich auch Persepolis stand auf der Liste! Das ehemalige  Königreich ! Es war interessant zu sehen und wenn man sich vosrtellt wie einst König und Königin dort verweilten, in diesem gigantischen Anwesen war es schon unglaublich.
Leider jetzt alles durch einige andere Kulturen vollständig zerstört.

Dann folgte die geplante Wüstentour ! 400km durch die Wüste Yazd.
Auch das war wirklich beeindruckend, Steinwüste, Salzwüste und Sandwüste wechselten sich ab und auch die ein oder andere Oase war zu entdecken.
Wir sahen viele Dromedare und die ein oder andere Riesenechse und auch das übernachten in der Wüste war traumhaft und sehr beruhigend.
Kimiya fühlte sich pudelwohl im weichen Sand.und war natürlich völlig begeistert von den vielen Dromedar Herden und Wildeseln.Natürlich gab es auch Sandstürme die nicht ohne waren und unseren Lkw heftig durch schüttelten...

Viele schöne Plätze zum Übernachten boten sich an und wir sahen viele alte Lehmdörfer in der Wüste .
Auch die Wüstenstadt Yazd war wunderschön mit einem tollen Bazar vielen schönen alten Gassen und Gebäuden, traditionelle Backstuben und gemütliche Teehäuser.

Nachdem wir die Wüste durchquerten fuhren wir in die Provinz Golestan, wo plötzlich alles grün grün grün war. Voll mit saftigem Wiesen und üppigen Bäumen, kleine Flüsse und auch die Menschen waren bunt gekleidet...etwas Abwechslung zum schwarzen Tschador.

Allerdings boten sich dort nicht wirklich viele Plätze zum übernachten an.Gegen Abend fanden wir jedoch noch ein altes verlassenes Dorf ...das war eins von vielen was sich uns auf dem Weg zum   übernachten bot.  Die meisten verlassen leider alle ihre schönen Dörfer um in die Städte zu gehen.

Anscheinend hatten sie in der Provinz Golestan noch nicht so viele Weltreisende gesehen und schon gar nicht mit zwei großen Lkws...und wie wir dann beim essen saßen sahen wir plötzlich zwei Polizeiwagen mit Blaulicht anfahren.
Majid nahm direkt unsere Pässe und ging raus zu ihnen...sie wollten alles wissen, warum wir hier sind,wie lange u.s.w und sie warnten uns davor nachts raus zu gehen da es sehr viele Wölfe in dieser Gegend gibt . Zum Ende des Geprächs schrieb einer der Polizisten die Tel.nr. auf ,falls wir Hilfe brauchen oder Brot und Wasser bräuchten, dann würden sie und das bringen uns sie finden ja ganz toll das wir so ein Reise machen......:-)
auf dem weg nach Mashad verabschiedeten wir uns dann wenige Tage später von unseren liebgewonnen Freunden uns sie fuhren weiter zum Grenzübergang nach Turkmenistan.

Mashad war wirklich schön sehr sauber und modern.Wir fanden einen guten Stellplatz an einem Hotel mit Internetzugang!das highligt war natürlich das Mausoleum von Emam Reza wo der 8 Prophet begraben liegt.
Leider war dort das fotografieren verboten das sie möchten das die Leute sich auf das wesentliche beschränken und nicht wie wild rum fotografieren.
 Schnell den Tschador über geworfen ging es über einen riesen großen Platz mit ausgebreiteten Teppichen wo viele Familien saßen , ging es in den Innenhof und schließlich ins Innere des Mausoleums.

Gold und Silber funkelten und erstrahlten in ihrer vollen Pracht. Wir gingen wie immer getrennt rein. Majid in den Bereich für die Männer und ich mit Kimiya in den Frauenbereich.

Es war rappel voll und wieder weinten viele Leute lagen auf dem Boden und beteten stillschweigend oder laut...viele Kranke und Alte drängten sich auf dem Weg nach vorne zum heiligen Grab des Propheten, um es wenigstens einmal zu berühren.

Dieses mal ging ich auch mit Kimiya ziemlich weit nach vorne, aber es war kaum ein durch kommen möglich, da die Leute leider auch in diesen heiligen Gefilden ziemlich rücksichtslos waren.

Einige Minuten verweilten Kimiya und ich an der Seite und beobachtetn das etwas seltsame Geschehen.Auch dort packte mich wieder die Emotion und rührte mich zu Tränen.

Für viele Iraner ist der Weg nach Mashad und das besuchen des Mausoleums das Ereignis überhaupt und einige sparen lange dafür um sich diesen Kurztrip leisten zu können.Einige um einfach mal da gewesen zu sein , aber auch viele in der Hoffnung und Erwartung Segen zu empfangen oder aber vom Leid und Kummer erlöst zu werden.