Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen ( Johann Wolfgang von Goethe )
Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen                   ( Johann Wolfgang von Goethe )

Auf dem Weg zur Grenze fing das Dilemma was uns mehrere Tage verfolgte schon an.
Wir waren gerade dabei an einer Quelle unseren neuen 300 liter  Wassertank auf zufüllen, als ein Iraner kam und Majid ohne Punkt und Komma voll quatschte.
100 liter Wasser verteilten sich in unserem Auto! Die Nerven lagen blank aber irgendwie haben wir dann alles wieder einigermaßen trocken kriegen können, nachdem wir den Boden öffnen mussten, da sich das Wasser überall unter dem Laminat verteilte.
Dann kam auch noch zur Krönung ein anderer und fragte was wir denn da machen, die Quelle gehöre schließlich ihm! Ok!Nach kurzer Diskussion verschwand er dann.
Aber das war nur der erste Streich und der zweite folgt zu gleich.

 

Türkmenische Grenze Sarakhs  Korruption, Angst & Hass!!!

 

bei der Ausreise im Iran ,ging wie immer alles sehr freundlich , etwas langwierig aber problemlos von statten.
Nur wenige Meter bis zur turkmensichen Grenze veränderte sich das Bild dramatisch.
Schwer bewaffnete Turkmenische Gestalten mit leblosem Gesichtsausdruck näherten sich und fragten in schroffem Ton, was wir wollen , welche Sprache wir sprechen u.s.w!
Bis dato wußten wir noch nicht dass wir als Deutsche mit iranischem Namen sämtlichen Problemen ausgesetzt sein werden und der Hass warum auch immer spürbar ist. (zu den interkulturellen Problemen möchte ich nicht eingehen)
Wir fuhren  weiter aufs Grenzgelände stellten den LKW ab und gingen in die Passkontrolle, wo wir erstmal in ein runter gekommenes Ärztezimmer mussten,um vom arzt quittieren zu lassen dass wir gesund sind!
Ich weiß nicht wie oft man Majid die Frage stellte wo denn seine zweite Frau sei und warum ich so einen „alten“ Mann hätte?das könnte ja schließlich nicht sein, das wir 12 Jahre Altersunterschied haben und Majid nur eine Frau hat. Ok!
Ab da fing die Hölle richtig an zu brennen. Bei 40 Grad ohne Klima standen wir also im Grenzgebäude mit sehr unfreundlichen Beamten und Soldaten!Sie hatten ein Problem damit weil Majid Iraner ist und einen deutschen Pass hat und ich einen iranischen Nachnamen habe aber Deutsch bin!
Das gefiel ihnen anscheinend nicht!Es vergingen Stunden und es wurde rum  telefoniert und keiner konnte uns sagen was los war! Majid wurde dann zum bezahlen 175 $ + 24$ für angebliche Einreisegebühren, Dieselsteuer usw.  in ein anderes Gebäude geschickt.
Kimiya und ich  durften nicht mit! Ich wurde dann von einem der englisch sprach erstmal verhört!
Welche gemeinsame Sprache wir denn sprechen. Warum Majid einen deutschen Pass hat, wo wir uns kennen gelernt haben u.s.w zwischen durch kamen immer mehr Soldaten umringten mich und musterten mich von oben bis unten , mit Blicken die ich nicht in Worte fassen kann.
Schweiß lief mir den ganzen Körper runter, mein Herz raste und für einen kurzen Moment packte mich Panik ohne Ende.

Ich hab dann gefragt ob ich raus gehen kann mit der Kleinen, weil die Situation unerträglich war, da einer von den Zollbeamten mich wohl auf dem Kicker hatte.
Majid war über eine Stunde weg und kam völlig genervt wieder und sagte wir können angeblich nicht in Uzbeksitan einreisen ,weil es Probleme gibt!
Scheiße! Dann musste er nochmal durch die Kontrolle um Geld aus dem LKW zu holen.Als er wieder kam schreite der Beamte ihn in unverständlicher Sprache an und guckte dabei immer zu mir und machte dann mit Handzeichen klar das er ihn abknallt wenn er nochmal hier durch kommt!
Majjd lächelte ihn nur an und  meinte „ is klar!“!
Wie ich dann mit Kimiya draußen auf der Bank saß, beobachtete ich mit Erschrecken wie diese hoch gewachsenen dünnen Gestalten in amerikanischer US Kleidung sich spinnenartig über, unter und zwischen den Lkws hin und her bewegten, mit langen drahtigen Gegenständen und Schraubenzieher , die sie in Auspuff den Tank und sämtliche Nischen steckten und alles beschädigten.In meinen Augen auf ziemlich radikale Art und Weise.

Dann musste wir den LKW zur Kontrollposten vor fahren !
Als wir das Auto vor fuhren, kam der Grenzbeamte raus  der mich anscheinend mochte und pfiff die Soldaten zu sich die unser Auto kontrollieren sollten.Ich wusste genau dass er ihnen sagte dass sie uns richtig in die Mangel nehmen sollten. Gerade als der Gedanke gedacht war drehte er sich zu mir und machte unmissverständlich klar das wir jetzt fällig sind...(8 Soldaten im Lkw!)

Ich hab da draußen Blut und Wasser geschwitzt und durfte auch nicht zum Lkw kommen, bis sie fertig waren.
Ich weiß nicht wie oft ich mich in diesen Stunden nach Hause gewünscht habe...?!
Nach ca. einer Stunde hat mir dann einer der Beamten mit Handzeichen klar gemacht, das sie fertig seien und er wohl unseren LKW ganz toll fand!
Somit machte ich mich auf dem Weg zum LKW. Kimiya schlief auf meinem Arm. Bevor ich rein gehen wollte, entschuldigte sich der Chef der Kontrollstelle für das angerichtete Chaos!
Ich sagte noch : Ok it´s no problem!Thank you! - ging rein und dachte mich trifft der Schlag!!!
Alles aus den Schränken geholt, aus dem Lager, aus Schubladen und Kisten, wie wild herum geworfen. Cremetuben waren ausgelaufen und die Kabel hingen teilweise locker von den Wänden....
Ich hätte heulen können!Wut kam in mir auf!(Entschuldigung!) Was für Arschlöcher dachte ich mir!!!Man konnte im Auto nicht mehr gehen, es waren bestimmt 45 Grad  und ich war von oben bis unten nass geschwitzt....Majid sagte auch nicht mehr viel und meinte nur, als sie dann auch noch alle Schläuche aus der Waschmaschine ziehen wollten und einer anfing die Holzverteflung mit Schraubenzieher zu öffnen, sagte er : STOP!!! Jetzt reichts!!und der Chef pfiff seine abgerichteten Spürhunde zurück.

Es ging einfach nur um Zerstörung und nicht darum etwas zu finden, weil die wichtigsten Plätze die wir haben um etwas verstecken zu können, haben sie außer Acht gelassen!Wie z.B die Toilette, der Platz unter der Sitzbank u.s.w
Völlig fertig fuhren wir vom Grenzgelände.

Unmittelbar danach kamen wie aus dem“ nichts“ drei völlig maskierte Jungs und versuchten Zigaretten zu verkaufen!Viele Lkw Fahrer standen an der Straße und verkauften geschmuggelte Ware!Daran sieht man das es nicht um Kontrolle ging, sondern um Schmiergelder die an Beamte gezahlt werden. Hätten wir 100$ auf den Tisch gelegt hätten sie uns evt. auch in Ruhe gelassen! Im Nachhinein : „Wir hätten sie gerne bezahlt!“

Welcome to Turkmenistan!

Als wir die Grenze langsam hinter uns ließen dachten wir ,wir könnten auf atmen! Aber es folgten noch zwei andere Kontrollposten und einer von diesen Jünglingen mit knallhartem selbstbewussten Auftreten, sagte ich soll ihn doch anrufen wenn ich länger in Turkmenistan bin.und dann ging das Dilemma mit der Straße los!
Die Straßenverhältnisse auf einer Strecke von 200 km waren katastrophal! Spurrillen mit Höhenunterschied von fast 40 cm und extreme Löcher. ( für jeden Europäer undenkbar) Auf einmal hörte die Straße abrupt auf und verlief in einen Schotterweg der fast 60 cm steil runter ging und die meisten Lkws nicht runter kamen und einen neuen Weg suchten. Wir hatten dort das Gefühl das wir jetzt umkippen.

Man kann das in Worten nicht wieder geben und wir waren zu fertig um Fotos zu machen.
Dann folgte scheinbar lange lange Wüste und Einöde...

Die Gebäude in den Städten zeigten allerdings Prunk und Protz, goldene riesen Säulen an Mickymouseartigen Gebäuden und alle 20 Meter trohnt das Bild des stolzen Präsidenten im goldenen Rahmen. Der in Aschgabat sogar seine eigene Gestalt in Gold fassen ließ , die sich dann am Tag mit der Sonne drehte! Wo drauf der nur stolz ist?
Mit der Kohle die sie an der Grenze kassieren, könnten sie First Class Straßen bauen, aber das war wohl nicht so wichtig!
Wir guckten uns noch in Mary eine Art „Bazar“ an. Egal wen wir anlächelten es kam nichts zurück! Versteinerte Gesichtsausdrücke!

Allerdings waren die Frauen sehr schön und traditionell bunt gekleidet und die jungen Mädchen trugen Mini und Highheels.

Turkmenabat war die letzte große Stadt vor der Grenze.Überall hängen Baupläne wie die Stadt mal in naher Zukunft aussehen soll, quasi wie Dubai für Arme!
Als wir zur Grenze fuhren, sagte uns der Grenzbeamte wir seien zu spät und sollen morgen früh um 8 Uhr wieder kommen.
Wir fuhren zurück über miserable Seitenstraßen an einigen Slums vorbei. Wenige Straße weiter fragten wir einen Mann der mit seinem Sohn unterwegs war nach einem Stellplatz und er meinte,
wir können direkt bei ihm vor dem Haus stehen! Er war wirklich sehr nett und hilfsbereit, allerdings war er auch Uzbeke und lebt mit seiner Familie hier.
Es dauerte nicht lange da standen Familie und Nachbarn neugierig um uns herum und Kimiya spielte mit den vielen Kindern.Sie luden uns ein bei sich im Haus zu schlafen, dort zu duschen und zu essen. Freundlich lehnten wir ab, wir waren einfach zu müde und genervt.Sie brachten uns dann Tee und Gurken zum Auto...
Am nächsten morgen um 8 Uhr wollten wir los fahren Richtung Grenze, da stand unser netter uzbkischer Helfer schon mit Lappen und Putzeimer parat. Er meinte in Uzbekistan an der Grenze würden wir Probleme kriegen mit so einem schmutzigen Fahrzeug, somit fing er an unser ganzes Auto mit der Hand abzuwaschen. Wir sagten mehrmals das es nicht notwendig sei, aber er ließ sich nicht abbringen.
Mit sauberem LkW und frohen Mutes ging es dann auf zur usbekischen Grenze.........................